Mitten in der kargen Landschaft des Northern Cape in Südafrika, nahe dem ehemaligen Diamantenort Koingnaas, stehen diese verlassenen Gebäude – unscheinbar von außen, aber mit einem bemerkenswerten Relikt im Inneren.
Koingnaas wurde in den 1970er-Jahren als Wohn- und Arbeitsort für den Diamantenabbau gegründet. Mit dem Rückzug des Bergbaus verlor der Ort seine Bedeutung, viele Gebäude wurden aufgegeben und dem Wüstenklima überlassen. Sand, Wind und Zeit haben ihre Spuren hinterlassen.
Neben dem Wohnhaus befindet sich eine unscheinbares Gebäude und darin eine alte, handbetriebene Gesteinspresse.
Sie besteht aus einem gemauerten Unterbau, einem massiven Holzgestell und einem runden Metallring. An der Wand ist ein beweglicher Holzpressblock mit Führungen montiert, der früher langsam nach
unten gedrückt werden konnte.
Die Funktion war einfach, aber effektiv:
Kies und Geröll wurden in den Metallring gefüllt und durch kontrollierten Druck gegen den festen Unterbau gepresst. So wurde das Material aufgebrochen, ohne es zu zerschlagen – ein wichtiger
Schritt bei der Aufbereitung diamantführender Sedimente, da Diamanten Druck standhalten, aber durch harte Schläge beschädigt werden können.
Diese Art von Technik stammt aus der frühen Phase des Bergbaus und wurde vor allem dort eingesetzt, wo einfache, robuste und reparierbare Lösungen nötig waren. Holz, Stein und Metall reichten aus, um mit Muskelkraft funktionierende Maschinen zu bauen.
Heute steht die Presse still.
Das Holz ist verwittert, die Wände rissig, Licht fällt durch das beschädigte Dach. Zurück bleibt ein Ort, der von harter körperlicher Arbeit, Hoffnung auf Reichtum und vom allmählichen
Verschwinden einer ganzen Industrie erzählt.
Das Gebäude ist kein spektakuläres Industriedenkmal – sondern ein leiser Zeuge des Alltags im Diamantenabbau, fernab großer Förderanlagen und moderner Technik.
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