"General Dealer" in Bulembu, Hhohho; Eswatini

Matthias Gößmann: Ver Fall Portugal

Bulembu, früher Havelock, war einst eine geschäftige Bergbausiedlung im Norden Eswatinis. Über Jahrzehnte drehte sich hier alles um den Asbestabbau. Rund um die Mine entstanden Werkstätten, Unterkünfte, Verwaltungsbauten – und kleine Läden, in denen Arbeiter auf dem Weg zur Schicht oder zurück nach Hause das Nötigste kauften. Als die Mine Anfang der 2000er Jahre geschlossen wurde, verließen viele Bewohner den Ort; Gebäude verfielen, Straßen verschwanden im Grün.

 

Einer dieser stillen, übersehenen Spuren ist das kleine Gebäude, äußerlich kaum mehr als ein verfallener Holz- und-Wellblechbau, offenbart im Inneren ein unerwartet persönliches Echo der Vergangenheit: handgemalte Werbekreise für Kassetten, Radios und Kleinigkeiten des Alltags. Solche Läden – sogenannte „Tuck Shops“ oder General Dealers – waren zentrale Versorgungs- und Begegnungsorte im damaligen Bulembu.

 

Heute steht der kleine Laden einsam im Wald, vom Pflanzenwuchs umschlungen, sein Dach eingefallen, seine Wände verblasst. Und doch bewahrt er etwas, das viele größere Ruinen längst verloren haben: ein direktes Fenster in das frühere Leben, in die Routinen, Bedürfnisse und Momente eines Ortes, der einst voller Stimmen, Wege und Bewegungen war.

 

Es ist nicht nur der Verfall sichtbar, sondern wie viel Alltag und Menschlichkeit selbst in den unscheinbarsten Überresten einer fast verschwundenen Stadt steckt.

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