Eisenbahn-Bauhof

Matthias Gößmann: Ver Fall Portugal

Santiago do Escoural (Évora, Portugal)

 

Die Gebäude befinden sich in Santiago do Escoural, Gemeinde Montemor-o-Novo, im Distrikt Évora (Alentejo, Portugal).

Das unmittelbar an der Bahnlinie gelegene Gebäude mit der Aufschrift „VIA E OBRAS“ war sehr wahrscheinlich ein ehemaliges Eisenbahndepot bzw. Wartungsgebäude der portugiesischen Staatsbahn CP – Caminhos de Ferro Portugueses.
„Via e Obras“ bezeichnet die Bahnabteilung, die für Gleisbau, Instandhaltung und Reparaturen zuständig war. Entsprechend befanden sich solche Gebäude häufig in der Nähe von Bahnhöfen oder entlang wichtiger Streckenabschnitte, an denen Wartungstrupps stationiert waren.

 

Beide Gebäude gehören somit sehr wahrscheinlich zu einem ehemaligen Eisenbahn-Bauhof (Depósito ou Posto de Via e Obras), der heute verlassen ist.

Das längliche zweite Gebäude war höchstwahrscheinlich ein Werkstatt- oder Lagerhaus derselben Bahnabteilung.

  • Die vielen Fenster und die Waschbecken weisen auf Arbeits- und Sanitärbereiche hin – vermutlich Umkleiden, Waschmöglichkeiten oder einfache Duschen für die Bahnarbeiter.
  • Der Raum mit der Tafel erinnert an einen Schulungs-, Besprechungs- oder Aufenthaltsraum, wie er in größeren Bauhöfen üblich war.

Gebäude dieser Art stammen in Portugal häufig aus dem späten 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Viele Depots und Werkstätten wurden insbesondere in den 1920er bis 1960er Jahren errichtet oder modernisiert – eine Zeit, in der die Divisão de Via e Obras zahlreiche standardisierte Bauformen einführte.

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