
Der Begriff Lost Place („vergessener Ort“) beschreibt Plätze, die nach dem Ende ihrer ursprünglichen Nutzung aufgegeben wurden – sei es durch wirtschaftliche Veränderungen, Naturereignisse oder technologische Entwicklungen. Oft denkt man dabei an verfallene Industrieanlagen oder alte Militärgelände, doch im Grunde kann jeder verlassene Ort ein Lost Place sein.
Warum faszinieren uns diese Orte?
Ihre besondere Anziehungskraft liegt in ihrer Unberührtheit. Lost Places sind nicht „für Besucher gemacht“ – genau das macht sie so spannend. Sie laden dazu ein, selbst auf Entdeckungsreise zu
gehen und Geschichte auf ganz persönliche Weise zu erleben. Wie Guy Debord sagte: Diese Orte wurden „nicht als Spektakel entworfen“ – und genau darin liegt ihre Magie.
Zwischen Entdeckung und Emotion
Für manche wirken Lost Places wie eine moderne Schatzsuche. Das Internet ist voll von Dokumentationen, Bildern und Erfahrungsberichten. Andere wiederum suchen das emotionale Erlebnis, wie es in
der Psychogeografie beschrieben wird. Laut Historiker Peter Read geht die Faszination weit über Abenteuerlust hinaus: Lost Places stillen die Sehnsucht, Vergangenes wiederzufinden – und machen
gleichzeitig die Vergänglichkeit unserer eigenen Zivilisation sichtbar.
Lost Places in der Fotografie
Verlassene Orte sind auch ein beliebtes Motiv in der Fotografie. Abgelichtet werden Gebäude und Plätze aller Art, die einst genutzt, später jedoch aufgegeben wurden: alte Fabrikhallen, Kasernen,
Gefängnisse, Tunnel, Bunker, Hotels oder sogar Autofriedhöfe.
Häufig stehen zwei Motive im Mittelpunkt:
Lost Places sind damit nicht nur Orte des Verfalls, sondern auch Räume des Erinnerns, des Staunens – und der Inspiration.
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Sizilien, Italien - 2009
Castello Tafuri in Portopalo di Capo Passero
Die Tunfischfabrik Tonnara di Portopalo di Capo Passero